Ferienhäuser Karin Minor
Urlaub in der Bretagne / Frankreich

23. Februar 2017
Wandern in der Bretagne: Von Pointe du Raz bis Pointe du Van

Im September 2016 haben wir uns einen lange gehegten Wunsch erfüllt: eine Wanderung zwischen den Landspitzen Pointe du Raz und Pointe du Van, auf dem Cap Sizun, ganz im Westen der Bretagne.

Ausgangspunkt war der Parkplatz vom Pointe du Van (Achtung, hier gibt es Parkgebühren!). Zunächst sind wir kurz zum Besucherzentrum und haben uns mit Prospekten eingedeckt. Ein Besuch der Toilette erschien uns auch nicht überflüssig, schließlich würden wir auf dem ganzen Weg keine weitere finden! ;-) Dann ging es den kurzen Weg zum Aussichtspunkt... und hier waren wir erstmal ganz still...! Schlichtweg atemberaubend ist der Blick auf das Meer, die Leuchttürme und die schroffe Küstenlinie. Der Wind bläst kräftig und in Böen. Wir haben das richtig offene Meer vor uns, die geballte Kraft des Atlantik. (Foto 1-3)

Als wir uns von dem Anblick trennen konnten, gingen wir den Küstenwanderweg GR34 nach Norden in Richtung Pointe du Van. Zunächst führte der Weg durch Heidelandschaft, ein Hochplateau, das mit Stechginster und Erika bewachsen, und mit Felsen durchsetzt war. Der Weg war steinig, aber gut zu laufen. (Foto 4-5) Allerdings stand gleich am Anfang ein Hinweisschild, dass der Weg nicht einfach wird und auch nicht ungefährlich! (Foto 6-7)

Immer wieder machten wir Abstecher Richtung Küste, um dort besonders schöne Ausblicke zu genießen. Mal schauten wir zurück zur Pointe du Raz und sahen die Leuchttürme und in der Ferne dahinter die Île de Sein (Foto 8-9), mal schauten wir nach vorn und entdeckten von weitem schon einen breiten Sandstrand am Scheitelpunkt der Bucht, die "Baie des Trépassées" (Foto 10-11). Beim Näherkommen wurde die Vegetation abwechslungsreicher, Geissblatt blühte am Wegesrand. (Foto 12) Und dann standen wir über der berühmten Bucht auf der Steilküste und genossen den wunderbaren Blick. (Foto 13) Nach dem Abstieg setzten wir uns auf dicke Felsen an den Rand des feinen Sandstrands und machten erst einmal Mittagspause. (Foto 14) Dieser Strand, der so idyllisch und unbeschwert wirkt und eine so wunderbare Aussicht auf die Leuchttürme des Pointe du Raz bietet, hat auch eine düstere Seite, sein Name "Baie des Trépassées" - Bucht der Verstorbenen - deutet es schon an: an diesem Strand werden regelmäßig die Leichen der Schiffbrüchigen angespült, die in der rauhen See vor der bretonischen Küste den Tod gefunden haben. Die Lage des Strandes wirkt wie ein Auffangbecken...

Wir liessen uns aber von den Schauergeschichten nicht den Tag verderben und brachen auf zu unserem nächsten Ziel, der Pointe du Van. Wiederum ging es auf den Klippen durchaus mühsam voran, wir mussten oft ganz schön klettern, wurden aber auch von schönen Ausblicken belohnt. (Foto 15-16) Wir kamen an der Kapelle Saint-They vorbei, die dem starken Wind auf der Klippe trotzt (Foto 17-18) und erreichten schließlich die Pointe du Van. Von hier kann man bis zur Halbinsel Crozon sehen, die in die Bucht von Brest hineinragt. (Foto 19)

Nach kurzer Rast traten wir den Rückweg an, für den wir einen Pfad etwas mehr im Landesinneren gewählt hatten. Hier waren die Wege leichter zu laufen, oft gepflastert und viel weniger anstrengend. Wir kamen durch kleine Siedlungen und nutzten auch den MTB-Weg durch Wiesen und Felder. So war der Rückweg deutlich schneller, aber auch durchaus reizvoll. (Foto 20-22)

Übersicht:
  • ca. 15 km
  • Teilstück des Küstenwanderweges GR34
  • ca. 4 Stunden plus Pausen
  • es geht rauf und runter, teils über Böschungen, teils über felsigen Untergrund. man muss auch richtig klettern
  • gute Schuhe sind sinnvoll, nicht für Fahrräder und Kinderwagen oder kleinere Kinder geeignet