Ferienhäuser Karin Minor
Urlaub in der Bretagne / Frankreich

5. November 2019
Wandern in der Bretagne: an den Ufern der Aulne bei Landeleau

Von unserem Ferienhaus Nr. 105 aus, der urigen Wassermühle direkt am Flüsschen Aulne, konnten wir im Urlaub täglich den schönen Blick auf den Fluss genießen.

Genau vor dem Haus ist eine Staustufe gebaut, so dass das Wasser oberhalb ruhig und glatt ist wie ein Spiegel, der die Silhouetten der Bäume reflektiert. Über die schräge Kante rauscht das Wasser. Hier sind fast immer Möwen auf der Jagd nach Fischen und kleinem Getier. Vom Garten und den Zimmern der Mühle aus kann man schön beobachten, wie sie sich um die besten Bissen zanken. Unterhalb plätschtert das Wasser dann über große Steine und um die uralten Pfeilerreste einer Steinbrücke herum. Hier staksen Seidenreiher und Wasserhühnchen auf der Suche nach einem leckeren Happen. Der kleine Seitenkanal, der von der Aulne abzweigt und das Mühlrad antreibt, wird oft aufmerksam beobachtet von einem Eisvogel, der auf der Mauer sitzt und sich so manche Mahlzeit aus dem Bächlein fischt.

Von diesem Flüsschen wollten wir mehr sehen!

Der Anblick des Flüsschens und seiner Ufer ist so idyllisch, dass in uns der Wunsch aufkam, am Ufer eine kleine Wanderung zu machen, um mehr davon zu sehen. Nachfragen bei den Einheimischen ergaben, dass es einen Wanderweg von Landeleau aus gibt, der am Ufer entlangläuft. So haben wir uns an einem zunächst sonnigen Morgen Anfang Oktober aufgemacht und haben diesen Weg gesucht und gefunden - und erlebten eine der schönsten Wanderungen, die wir bisher in der Bretagne machen durften!

Wegbeschreibung: eine unserer schönsten Wanderungen bisher

Gestartet sind wir in Landeleau an der Kirche. Wir schlagen den Weg ein, der rechts neben der Kirche beginnt und der nach wenigen hundert Metern auf den Fluss trifft. Hier beginnt der Wanderweg am Fluss entlang. Wunderschön ist es hier! Das Ufer ist dicht bewaldet, oft bildet sich ein richtiger Hohlweg. Alte Bäume lassen ihre mit Moos bewachsenen Äste bis weit über den Fluss hängen. Die Sonne glitzert auf den Wellen. Im Schatten wachsen Pilze... Dazu eine himmlische Ruhe, außer uns ist kein Mensch unterwegs.

Picknick am Fluss

Wir folgen dem Weg immer am Fluss entlang. Mitunter gibt es Abzweigungen zu den einzelnen Weilern in der Nähe, aber wir halten uns ans Wasser. Nach etwa 3 km löst sich der Wanderweg vom Fluss und führt zum Weiler Le Stang. Hier laufen wir noch eben rechts die Sackgasse hinunter, die zu einem Zeltplatz führt, der jetzt im Oktober verlassen da liegt. Ein idealer Platz für unsere Mittagspause! Eine weite Flussaue mit kurzgeschnittenem Gras gibt den Blick auf den Fluss frei. Dicke Steine liegen im Wasser, die im Sommer wohl für eine mobile Brücke genutzt werden. Am gegenüberliegenden Ufer sieht man die Ruine einer alten Wassermühle. Wir setzen uns auf die Steine in die Sonne und genießen unser Picknick!

Nach der Pause gehen wir zum Weg zurück und folgen ihm durch das verträumte Le Stang hindurch bis Kerhamon. Hier sind wir zunächst noch etwa einen Kilometer am Fluss entlang durch den Wald gegangen - ein schöner Weg, auf dem wir zahlreiche Pilze finden konnten. Leider war er nach einiger Zeit durch einen Elektrozaun gesperrt, hinter dem Kühe weideten, so mussten wir umkehren, bis Kerhamon zurücklaufen und einen Weg einschlagen, der in ca 200m Entfernung parallel zum Fluss verläuft.

Dieser Wiesenweg brachte uns nach einem guten Kilometer zu einer kleinen Landstraße, die uns direkt nach Moulin Neuf, zu unserer Wassermühle, zurück führte. Von den Hügeln aus konnte man sie im Tal schon liegen sehen.


Zusammenfassung:
  • ca 7 km, ca. 100 Höhenmeter
  • etwa 2 Stunden, wenn man in Kerharmon gleich links abbiegt und nicht in den Wald hinein läuft. Wir haben wegen des Picknicks, der vielen Fotos und des Umwegs etwa das doppelte gebraucht
  • zur Hälfte Straßenabschnitte, zur Hälfte Waldwege, gut zu laufen, aber je nach Wetter auch matschig,
  • nicht für Kinderwagen oder Fahrräder geeignet

Tipp:

Wer einen Rundweg machen möchte, hält sich hinter Le Stang leicht links und läuft über die kleine Landstraße nach Landeleau zurück (7,8 km).

Viel Spaß beim Nachwandern wünscht
Ingrid Doerenkamp



PS: Lieben Dank an meine Tochter Maike Doerenkamp für das wunderschöne Foto des Pilzes. Es ist ein Buchen-Schleimrübling, ein zarter, transparenter kleiner Pilz, der auf bemoosten Bäumen wächst. Mit gefällt daher sein niederländischer Name weitaus besser: "porseleinzwammetje" (Porzellanpilzchen).