Ferienhäuser Karin Minor
Urlaub in der Bretagne / Frankreich

19. Juli 2017
St. Malo - Die Festungsstadt im Norden der Bretagne

Trinkt aus, Piraten, jo-ho!

 
Haben Sie schon einmal den historischen Stadtkern und die Festungsanlagen St. Malos besucht ? Die aus den Befestigungen emporragenden Fassaden und Türme verleihen der Stadt ihre einzigartige Silhouette und der Wehrgang bietet einen herrlichen Ausblick über die Stadt.

St. Malo, eine Siedlung gallo-römischen Ursprungs aus dem 1. Jahrhundert v. Ch., war oft den Angriffen der nordischen Völker ausgesetzt. So entschloss man sich Mitte des 12. Jahrhunderts die strategisch günstig gelegene Insel durch den Bau von gewaltigen Festungsmauern zu schützen. In derselben Zeit wurde auch die Kathedrale Saint-Vincent errichtet und St. Malo wurde zur Bischofsstadt. Lange Zeit boten die Wehrmauern Sicherheit und Unabhängigkeit und so blühte die Stadt auf, Fischfang und Handel brachten den Wohlstand.
 
Bei holländischen und englischen Handelsschiffen war St. Malo jedoch auch gefürchtet, war die Stadt doch die Heimat wilder Korsaren, allen voran Robert Surcouf. Er war dabei so erfolgreich, dass er sich mit 35 Jahren zur Ruhe setzen konnte.
 
Im August 1944, nach der Landung der Alliierten in der Normandie, wurde Saint-Malo zu etwa 85 Prozent durch Bombardierungen zerstört. Im Gegensatz zu anderen stark zerstörten Städten bemühte sich Saint-Malo um einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau, der auch sehr gut gelang. Man stützte sich dazu auf alte Pläne und Abbildungen der Stadt. Geht man heute durch die schmalen Straßen und Gassen, kann man sich nach wie vor gut vorstellen, wie es hier wohl zu Zeiten des wilden Kosaren Robert Surcouf einmal gewesen ist. 
 

Starke Gezeiten bieten ständig einen neuen Blick 


Heute spaziert man über die Festungsmauern. Zur einen Seite sieht man die Gassen und Straßen, die zwischen den hohen Häuserzeilen hindurchführen, zur anderen Seite das Meer. Unzählige Inseln und Inselchen befinden sich vor den Mauern und durch die starken Gezeiten wechselt das Bild ständig. Mal sind sie vom Meer umspült, mal liegen sie frei in der Ebene, die einer Mondlandschaft gleicht.

Im Zentrum der Stadt, nahe der Kathedrale, findet man Plätze und Straßenzüge mit Cafés, Restaurants und kleinen Souvenir-Läden. St. Malo ist bei ausländischen Touristen wie auch bei Franzosen gleichermaßen beliebt, und so erlebt man die Straßen und Gässchen um die Kathedrale als einen quirligen Ort, an dem alle Sprachen geprochen werden.
 
Wer übrigens denkt, die Zeit der Korsaren ist vorbei, der irrt. Es gibt sie noch, die schnellen Piraten der See. Heute heißen sie Möwen und schnappen gerne mal etwas Essbares direkt aus der Hand. :-)