Ferienhäuser Karin Minor
Urlaub in der Bretagne / Frankreich

23. Oktober 2018
Fotografieren um die Wette

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die im Urlaubskoffer mehr Platz für Fotomaterial einplanen als für Kleidung, wenn Sie schon im Voraus überlegen, welche Objektive Sie mitnehmen und welche Filter und ob das Stativ noch in den Koffer passt... Kurz: wenn es für Sie nichts Schöneres gibt, als mit der Kamera loszuziehen und auf die Jagd nach prachtvollen Naturaufnahmen zu gehen - haben Sie schon einmal über einen Urlaub in der Bretagne nachgedacht?

Wir fahren jedes Jahr in die Bretagne und lieben die langen Wanderungen durch weite, naturbelassene Gebiete, die immer wieder überraschend anders sind: mal urwüchsig und wild, mal idyllisch und lieblich. Wir laufen durch Wälder, die so alt scheinen wie die Welt, mit dick bemoosten, uralten Bäumen und tief in den Boden gelaufenen Hohlwegen, die schon seit Jahrhunderten benutzt werden. Bei der nächsten Wanderung ist es dann vielleicht eine Heidelandschaft an der Küste, der Boden mit gelbem Stechginster und violetter Erika bedeckt, die mit dem Blau des Meeres um die Wette leuchten - unvergleichlich!

Die Bretagne kommt immer wieder anders daher. Nicht nur sind die Gegenden so vielfältig, dass man jeden Tag etwas Neues entdecken kann, auch wirken die Landschaften mit wechselndem Licht und Wetter immer wieder anders. Und es muss nicht immer "Bilderbuchwetter" sein - so ein Himmel wirkt mit Wolken gleich viel interessanter! Und wird es diesig oder gar neblig, gelingen "mystische" Fotos voller Zauber. Es ist windig? Herrlich! Dann ab an die Küste und die eindrucksvollen Wellen ablichten, wie sie auf Hafenmauern oder Granitfelsen donnern. Nichts fängt die Kraft der Elemente besser ein!

Zudem ist die Flora und Fauna überaus reichhaltig. Vor allem die Vogelliebhaber werden begeistert sein, gibt es doch viele ausgewiesene Schutz- und Brutgebiete für Wasservögel aller Art: von kleinen Feuchtgebieten und Flußmündungen, die Seidenreihern, Eisvögeln und vielen Entenarten Lebenraum bieten, bis hin zu ganzen Inselgruppen wie den Sept Îles, wo Sie Basstölpel und Papageientaucher entdecken können. Verschiedene Möwenarten, Kormorane, Austernfischer, Strandläufer und viele mehr sehen Sie allenthalben an den Stränden und Küstenabschnitten, und in den Heidegebieten leben Singvögel, die man sonst nur selten sieht, wie Braun- und Blaukehlchen oder Lerchen.

Sind Sie eher für größere Tiere zu haben? Auch so manche Meeressäuger kann man an den Küsten der Bretagne beobachten! Wale, Delfine und Robben sieht man mit ein wenig Glück im Parc Naturel Marin d'Iroise, dem großen See-Naturschutzgebiet zwischen der Île de Sein und Ouessant. Auch bei den Glénan-Inseln kann man Delfine antreffen, und mitunter wagt sich sogar ein Walhai bis in die Flussmündungen hinein.

Die Geduldigen unter den Fotografen begeistern sich vielleicht für die Makro-Fotografie: in den weiten naturbelassenen Gebieten der Bretagne tummeln sich die Schmetterlinge in einer Vielfalt, wie man sie aus der dichtbesiedelten Heimat nicht mehr kennt: Pfauenauge und Kohlweißling natürlich, aber auch Admiral, Waldbrettspiel, Bläuling und viele mehr. Wer ganz genau hinschaut, kann auch eine Gottesanbeterin im Stechginster entdecken oder eine flinke Smaragdeidechse mit der Kamera einfangen.

Wo wir von Makro sprechen: auch die Flora ist einen zweiten Blick wert! Nicht nur finden auch seltene Pflanzen ihren Lebensraum in den Naturgebieten der Bretagne, auch das Klima dort ist durch den Golfstrom begünstigt. So finden Sie hier Pflanzen, die man sonst eher in Gewächshäusern vermutet: wilde Orchideen, Lilien, Natternkopf, Mimosen, Kamelien, Honigflieder, Aloe, Agave, Eukalyptus und natürlich die wunderbaren Hortensien, die den ganzen Sommer über in wunderbaren Farben blühen.

Und so fahren wir jedes Jahr in die Bretagne und freuen uns wie Bolle auf zwei Wochen Fotografie pur, meine beiden Töchter, meine Schwägerin und ich. Wir lassen jeden zuhause, dem das Wandertempo wichtiger ist als das Gucken, Genießen und Ablichten und messen unsere Wanderungen in Fotodichte pro Kilometer. Abends werden die Bilder bei einem Glas Cidre gesichert, aussortiert, kurz bearbeitet und gegenseitig gezeigt. Und jedesmal staunen wir, wie unterschiedlich wir das gleiche Motiv oft verarbeitet haben.

Herrliche Tage für uns, von denen wir lange zehren können. Und wenn die Entspannung auch irgendwann nachlässt und der Alltag uns wieder einholt - die wunderbaren Fotos bleiben und wecken die Erinnerung stets auf's Neue.

Ingrid Doerenkamp