Ferienhäuser Karin Minor
Urlaub in der Bretagne / Frankreich

16. März 2017
Zwischen Concarneau und Pont-Aven

Meerblick und Crêpes – typisch bretonisch essen
Schön ist sie, die Pointe de Trévignon, jedes Mal ist sie mein erster Anlaufpunkt, wenn ich in diese Gegend komme. Auf der winzigen Terrasse der Crêperie gleich am Kreisverkehr lässt es sich gut aushalten. Der Blick schweift übers Meer, das nur einen Steinwurf entfernt ist - vom kleinen Schloss über den Hafen bis zum langen Sandstrand mit dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet, den ‘Etangs’. Im kleinen, geschützten Hafen schaukeln die weißen Fischerboote mit den knallbunten Bojen auf dem Wasser. Täglich kann man hier fangfrisch Meerestiere und Fisch kaufen. Die Zeit scheint in der Bretagne langsamer voranzugehen. Man findet sie hier noch - Ruhe und Entspannung – und natürlich auch Zeit für ein Schwätzchen. Und mit einer Galette und einem Bol Cidre fühlt man sich dann auch gleich ein wenig bretonischer. Hier am Ende der Welt, dem Finistère.

Bretonisches Leben - das Salz in der Butter
In der Region zwischen Concarneau und Pont-Aven gibt es viele kleine Weiler, meist nur eine Ansammlung weniger Häuser. Schnell hat man sie übersehen, die Orte, die hier fast ausschließlich mit  ‚Ker’ beginnen. Kerlin, Kerdallé, Kerdruc, Kerascoët – die Liste könnte man lange weiterführen. Die Gemeinden Trégunc und Nevez sind nach den gleichnamigen kleinen Städtchen benannt. Um die Kirche herum findet man neben Cafés und Restautants auch zahlreiche Bäcker und Pâtissiers.
Ist man in der Süd-Bretagne, kommt man nicht an ihm vorbei - dem Kouign Amann - typisch bretonischem Butterkuchen. In Zeiten, wo das Mehl knapp war, wurde dem Rezept kurzerhand so viel Butter und Zucker zugegeben, wie das Mehl gerade noch zu binden vermochte. Durch die gesalzene Butter, die ebenfalls landestypisch ist, bildet sich beim Backen am Rand und in der Kruste herrliches Salzkaramell. Zugegeben - es ist eine süße Sünde – aber ich kenne kaum jemanden, der ihn nicht doch mal probiert hat.

Inspiration Concarneau – Fischkonserven und Lebensfreude
Vieles hat sie schon gesehen, die  ‚Ville Close’. Mindestens seit dem 10. Jahrhundert ist die kleine Insel nachweislich besiedelt,  ab dem 14 Jahrhundert wurde sie zur Festung ausgebaut. Erst im neunzehnten Jahrhundert, als die kleine Hafenstadt Concarneau begann, sich durch den Fischfang zum drittgrößten Fischereihafen Frankreichs zu mausern, entstanden neue Siedlungen außerhalb der Altstadt. Heute beherbergen die Häuser aus dem 16. Jahrhundert kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants. Die Festungsmauern sind noch begehbar und bieten schöne Blicke auf den Jachthafen und die Küsten um Concarneau.

Wer gerne liest, begibt sich hier am Hafen auf die Spuren von Commissaire Dupin. Gleich gegenüber der Brücke zur ‚Ville Close’ befindet sich das L’Amiral, wo die Hauptfigur der Romane von Jean-Luc Bannalec gerne seine langen Arbeitstage mit einem Entrecôte abrundet. In den spannenden Kriminal-Romanen findet man viele Orte dieser Gegend wieder, darüber hinaus aber auch viele bretonische Anekdötchen. Denn egal was es Neues gibt, bei den Bretonen gab es das mit Sicherheit schon vorher…

Die Bretonen verfügen über einen unerschütterlichen Nationalstolz, was sie mehr als sympathisch macht. Sie nutzen jede Gelegenheit, um an die jahrhundertealten Traditionen zu erinnern, und so gibt es neben zahlreichen Pardons, bei denen sie ihre über 7000 Schutzheiligen verehren, auch sehr viele Festoù-Noz. Hier kommen die Bretonen zusammen und feiern und tanzen bis spät in die Nacht. Jeder Ort hat seinen festen Termin, eines der größten und bekanntesten ist das Festival des Filets Bleus in Concarneau. Traditionell findet es Mitte August statt und wer in der Gegend ist, lässt es sich auf keinen Fall entgehen. Bunte Trachtenumzüge und viel Volk machen dieses Fest zu einem ganz besonderen Erlebnis!


Pont-Aven - im wahrsten Sinne malerisch

Wen wundert es, dass schon Gauguin diesen hinreißenden Ort inspirierend fand? Nimmt man sich die Zeit, durch die Sträßchen und Gässchen zu wandern und auch einmal abseits der Hauptwege zu gehen, dann entdeckt man, was den Charme von Pont-Aven ausmacht. Am Ufer des Meeresarm Aven gebaut, stehen kleine, typisch bretonische Steinhäuser inmitten blühender Landschaft. Heute ist Pont-Aven ein quirliger Ort, voll von kleinen Galerien – Tradition verpflichtet. Wem es hier zu trubelig ist, der sollte sich unbedingt vom kleinen Zentrum entfernen und einen Blick auf die Umgebung werfen.
Wunderschön ist der Wanderweg am Aven, er führt, immer am Meeresarm entlang, am Badeort Port Manec'h vorbei, bis ans offene Meer. In einem Moment sind es die Farbtupfer überall am Wegesrand, im anderen ist es der besondere Lichteinfall, wenn das Sonnenlicht durch das Blätterdach der Bäume fällt. Erstaunliches hat die Natur hier zu bieten. Im bizarren, grünen Licht scheinen die Sonnenstrahlen zu tanzen und schaffen eine ganz besondere Atmosphäre.

So manch einer schon hat die Bretagne lieben gelernt – und kehrt immer wieder zurück.